Taufe

Jesus sagt: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Die Bibel, Matthäusevangelium 18,18-20

"Die Taufe ist ein Sakrament und göttlich Wortzeichen, womit Gott, der Vater, durch Jesus Christus, seinen Sohn, samt dem Heiligen Geist bezeugt, dass er dem Getauften ein gnädiger Gott wolle sein und verzeihe ihm alle Sünden aus lauter Gnade um Jesu Christi willen und nehme ihn auf an Kindes Statt und zum Erben aller himmlischen Güter."

aus unserem Katechismus

Was passiert bei der Taufe?

Die Taufe ist in erster Linie ein Versprechen vom dreieinigen Gott. Er selber verspricht dem Täufling bei seinem Namen mit Wort und Wasser, dass er ihm für immer und ewig die Treue hält (vgl. Mt 18,18-20). Die Taufe verbindet den Täufling mit der Geschichte von Jesus, mit seinem Tod aus Liebe und seiner Auferstehung ins ewige Leben (vgl. Röm 6,3-6).

Mit dem Akt der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen – also in die christliche Kirche – aufgenommen.

Was ist ein Sakrament?

Die Sakramente sind uns von Jesus selbst gegeben. In ihnen verbindet er seine göttlichen Versprechen mit ganz alltäglichen Dingen, z. B. mit dem Wasser der Taufe. Das Wasser wird so zu einem wirksamen, heiligen Zeichen – einem Sakrament.

Martin Luther erklärt das in seinem großen Katechismus mit folgenden Worten: "Denn in Gottes Namen getauft werden, das ist nicht von Menschen, sondern von Gott selbst getauft werden. Darum obwohl es durch des Menschen Hand geschieht, so ist es doch wahrhaftig Gottes eigenes Werk." Aus diesem Grund sagt Luther, dass die Taufe "Wasser in Gottes Wort und Gebot gefasst und dadurch geheiligt" und ein "Gotteswasser" ist.

Ab welchem Alter kann ein Kind getauft werden?

Bereits ab dem ersten Lebensjahr kann ein Kind getauft werden. Die Taufe bleibt natürlich auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich.

Was spricht für eine Kindertaufe?

Bereits zur Zeit der Apostel heißt es, dass das mit der Taufe verbundene Versprechen Gottes auch den Kindern der Christusgläubigen gilt: "Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung" (vgl. Apg 2,38 u. 39). Damals war das Christentum eine junge, stark wachsende Religion, weshalb vor allem Erwachsene getauft wurden. Dabei empfingen jedoch nicht nur Mündige, sondern alle Mitglieder des Haushaltes die Taufe (Apg 16,14-16).

Auch heute steht die Taufe Menschen unabhängig von ihrem Alter offen. Bei der Taufe von Kindern wird in besonderer Weise deutlich: Gott gibt seine Versprechen bedingungslos. Er wartet nicht erst, bis wir dafür bereit sind, sondern nimmt uns, wie wir sind.

Kann eine Segnungsfeier die Taufe ersetzen?

Nein. Eine Segnung kann das Sakrament der Taufe nicht ersetzen. Segnen ist eine wiederholbare Handlung, die Taufe ist einmalig.

Was für Unterlagen benötigen wir für die Taufe unseres Kindes?

Bitte wenden Sie sich an Ihr zuständiges Pfarramt, um einen Termin für das Taufvorgespräch und die Taufe selbst zu vereinbaren. Dort erfahren Sie alles Notwendige. An folgender Liste können Sie sich orientieren:

  • Ausgefülltes Anmeldeformular
  • Geburtsurkunde mit Geburtsregisternummer (Kopie)
  • Familienstammbuch
  • Kirchenmitgliedschaftsbescheinigung der Paten (nur falls die Paten nicht evangelisch sind oder nicht vor Ort in der Kirchengemeinde wohnen)

Das Anmeldeformular gibt’s hier. Damit kann nach Absprache die Anmeldung zur Taufe beim Pfarramt erfolgen.

Kann man sein Kind taufen lassen, wenn beide Eltern nicht in der Kirche sind?

Da die Eltern bei der Taufe ihrerseits versprechen, dass sie dafür Sorge tragen wollen, damit das Kind zum christlichen Glauben erzogen wird, benötigt es ein öffentliches Bekenntnis der Eltern zum christlichen Glauben. Der Wunsch nach der Taufe eines Kindes kann ein Grund zum Wiedereintritt in die Kirche sein. Gerne dürfen Sie sich dazu an Ihren zuständigen Pfarrer wenden.

Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils taufen lassen?

Gegen den Willen entweder des Vaters oder der Mutter ist die Taufe des Kindes nur möglich, wenn dieser Elternteil nicht das Sorgerecht innehat. Ist die Ehe z.B. geschieden, liegt das Sorgerecht aber gemeinsam bei Vater und Mutter, setzt die Ausgestaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge Einvernehmen voraus in Angelegenheiten, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind. Dazu gehört auch die Taufe. Können sich die Eltern nicht einigen, kann (schlimmstenfalls) das Familiengericht angerufen werden. Eltern können sich aber zuvor auch allein oder besser noch gemeinsam an eine Erziehungs- und Familienberatungstelle wenden. Oft hilft auch ein klärendes Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin.

Gibt es einen Unterschied zwischen evangelischer und katholischer Taufe?

Nein. Es gibt nur eine Taufe. Wer einmal getauft ist, bleibt getauft. Die Gültigkeit der Taufe als Sakrament ist darum von den verschiedenen Konfessionen gegenseitig anerkannt.

Man kann jedoch nur jeweils in einer Kirche Mitglied sein.

Muss ich mich erneut taufen lassen, wenn ich die Konfession wechsle oder wieder eintrete?

Die Taufe ist im Verständnis aller christlichen Kirchen etwas Einmaliges und kann daher nicht wiederholt werden. Bei einem Wiedereintritt in die ev. Kirche oder bei einem Übertritt in die röm.-kath. Kirche wird nicht noch einmal getauft.

Wie soll der Täufling während der Taufe gekleidet sein?

So bequem und dabei so festlich wie möglich. In vielen Familien gibt es Taufkleider, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das ist eine schöne Tradition, aber nicht notwendig.

Brauchen wir eine Taufkerze?

Eine Taufkerze ist ein schönes Symbol und eine Erinnerung an die Taufe, aber es braucht nicht notwendigerweise eine. Besprechen Sie am besten mit den Paten und der Familie, ob es jemand gibt, der gerne eine Taufkerze gestalten oder besorgen würde.

Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?

Während des Gottesdienstes ist das Fotografieren nur in Ausnahmen erlaubt. Wenn es erlaubt ist, wird allerdings darum gebeten, dass eine Person das Filmen oder Fotografieren an vorher abgesprochenen Stellen übernimmt, um unnötige Unruhe zu vermeiden. Außerdem besteht die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst noch Bilder zu machen.

Wer sorgt für den Schmuck der Kirche?

Oft sind die Kirchen mit Blumen geschmückt. Wenn Sie besonderen Schmuck wünschen, sprechen Sie mit dem zuständigen Pfarrer oder der Pfarrerin. In den meisten Fällen ist dies möglich.

Was kostet die Taufe?

Die Taufe ist kostenlos.

Beachten Sie bitte: Wenn Sie besonderen Blumenschmuck oder besondere musikalische Einlagen wünschen über das Angebot Ihrer Kirchengemeinde hinaus, dann entstehen Ihnen dadurch Kosten.

Was macht ein Pate oder eine Patin?

Zunächst sind die Paten Zeugen der Taufe. Daneben haben sie zusammen mit den Eltern des Täuflings die wichtige Aufgabe, das getaufte Kind auf seinem Weg des Lebens und des Glaubens zu begleiten. Das kann unterschiedlich aussehen: Sie können für ihr Patenkind beten, dass Gott ihm beisteht und ihm Glauben schenkt. Sie sind Vorbild im Glauben für das heranwachsende Kind und können die christliche Erziehung der Eltern unterstützen.

Um dem Patenamt gerecht zu werden, ist es nötig und sinnvoll, dass die Paten den christlichen Glauben selbst bejahen und leben.

Wer beruft die Paten?

Die Eltern schlagen die Paten vor. Mit der Taufe des Kindes beruft die Kirche (und nicht die Eltern) sie dann ins Patenamt. Das ist aus mehreren Gründen wichtig:

  1. Sie sollen dem Kind in seinem Leben ja auch dann beistehen, wenn die Beziehung zu den Eltern einmal schwierig wird (z. B. als bockiger Teenager). Mit ihnen soll das Kind vertraulich und verschwiegen über wirklich alles reden können.
  2. Das Patenamt schafft eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Patenkind. Die Eltern des Kindes können das einmal verliehene Patenamt nicht mehr aberkennen - auch wenn es einmal Konflikte oder Streit geben sollte. Eine große Verantwortung!
  3. Das Patenamt als Amt der Kirche zeigt an, dass Pate/Patin und Patenkind Teil einer großen Gemeinschaft sind – der weltweiten Gemeinschaft von Christinnen und Christen.

Kann man das Patenamt wieder verlieren?

Im Gegensatz zur möglichen Entbindung vom Patenamt auf eigenen Wunsch ist eine Streichung gegen den Willen des Paten nicht möglich.

Tritt ein Pate oder eine Patin aus der Kirche aus, legt er/sie damit das Patenamt ab.

Wer kann Pate oder Patin werden?

  • Mindestens zwei Paten sind erforderlich, die Sie selbst bestimmen dürfen.
  • Mindestens ein Pate muss Glied der evangelischen Landeskirche sein.
  • Der zweite Pate muss evangelisch oder Glied einer Kirche sein, die zur „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen” (ACK) gehört und die die Kindertaufe nicht ablehnt, also z.B. der katholischen oder methodistischen Kirche. Wer allerdings aus der Kirche ausgetreten ist, hat damit das Recht aufgegeben, Taufpate sein zu können.
  • Bitte klären Sie rechtzeitig vor dem Taufgespräch, ob Ihre gewünschten Paten diesen Anforderungen genügen, damit Sie gegebenenfalls andere Personen suchen können.
  • Für die Anmeldung zur Taufe beim Taufgespräch werden von den Paten „Patenbescheinigungen” benötigt, die beim Wohnsitzpfarramt der Paten erhältlich sind. (D. h. bei evangelischen Paten, die vor Ort wohnen, entfällt diese Bescheinigung.)

Wir möchten unser Kind taufen lassen. Können wir gleichzeitig kirchlich heiraten?

Das können Sie. Sprechen Sie mit Ihrer zuständigen Pfarrerin oder Pfarrer!

Warum ein Taufspruch?

Zur Taufe erhält ihr Kind einen biblischen Taufspruch, dieser soll ihm zu einem Lebensbegleiter werden. Gut ist es, wenn Sie im Vorfeld des Taufgespräches eine Vorauswahl an Taufsprüchen getroffen haben.

Eine Hilfe ist der Internetauftritt: www.taufspruch.de

Gerne steht Ihnen Ihr Pfarrer zur endgültigen Auswahl zur Seite.